Das 6 Phasen-Modell

Phase 1: Bedarfsbestimmung

In dieser Phase wird in dem sogennanten "Arbeitskreis Gesundheit" überlegt, welche Analyse-Tools wann und wie durchgeführt werden sollen und welche Ziele und Stellung das BGM im Unternehmen haben soll. Dieser Arbeitskreis setzt sich für gewöhnlich aus Geschäftsführer (oder Vertreter), Personalleitung, Betriebsrat, Betriebsarzt, Fachkraft für Arbeitssicherheit und ggf. Abteilungsleitern zusammen.

Je nach Größe des Unternehmens kann dieser Arbeitskreis auch nur aus 3 Personen bestehen.

Moderiert wird der Arbeitskreis Gesundheit meistens von einem externen Dienstleister, mit dessen Hilfe ein Konzept für die Einführung des BGMs erarbeitet wird.

Phase 2: Analyse

In der zweiten Phase werden die im Arbeitskreis Gesundheit beschlossenen Analysen durchgeführt. Dies können einfache Mitarbeiterbefragungen sein, die entweder vor Ort oder Online durchgeführt werden. Ebenso weit verbreitet und zweckmäßig ist eine Arbeitsplatzbegehung/-Analyse. Ferner können Probleme in den "Gesundheitszirkeln" erarbeitet werden, in diesen sitzen Mitarbeiter aus den verschiedenen Abteilungen und werden z.B. vom externen Gesundheitsmanager zu den Umständen im Unternehmen befragt.

Ab einer gewissen Unternehmensgröße können bei der Krankenkasse Gesundheitsberichte angefordert werden, die Aufschluss über AU-Tage, AU-Fälle, Aufteilung nach den Krankheitsarten und anderen Informationen gibt. Dies kann jedoch aufgrund des Datenschutzes erst bei mindestens 50 Versicherten im Unternehmen bei der gleichen Krankenkasse erfolgen.

Wenn dies nicht möglich ist, können auch interne Krankheits- und Unfallberichte Aufschluss über mögliche Probleme geben.


Phase 3: Interventionsplanung

Nun geht es darum, die in Phase 2 gewonnenen Erkenntnisse auszuwerten und aufgrund der Ergebnisse geeignete Maßnahmen zu erarbeiten.

Dies erfolgt wieder im Arbeitskreis Gesundheit. Neben der Erarbeitung konkreter Maßnahmen werden auch die Ziele des BGMs detaillierter festgehalten.

Phase 4: Umsetzung

Phase 4 stellt die klassische Betriebliche Gesundheitsförderung dar, die bereits von vielen Unternehmen betrieben wird.

Hierunter fallen Maßnahmen wie Rückenprogramme oder spezielle Kurse, Kooperationen mit Fitnessstudios, Durchführung eines Gesundheitstags, sowie Work-Shops und Vorträge zu den verschiedenen Gesundheitsthemen. Hierbei kann es, je nach Art und Umfang der Maßnahme, Unterstützung durch die Krankenkassen geben.

Ebenso sind auch Arbeitsplatzumgestaltungen oder die Anschaffung von neuen Tischen, Stühlen etc. zur Förderung der Ergonomie denkbar.


Phase 5: Evaluation

Bei der Evaluation werden die Analysen aus der 2. Phase wiederholt, entweder komplett oder nur einzelne Analyse-Tools, um die Effektivität und die Effizienz der durchgeführten Maßnahmen zu messen und zu bewerten.

Die Evaluation erfolgt in der Regel frühestens 6 Monate nach Abschluss der Maßnahmen, teilweise auch erst 1-3 Jahre danach, da gewisse Maßnahmen nicht sofort greifen und eine Weile brauchen, bis Ergebnisse zu sehen sind.

Phase 6: Nachhaltigkeit

Damit aus den ersten 5 Phasen nicht ein einmaliges Projekt, sondern ein langfristiges und nachhaltiges Managementsystem wird, müssen die Phasen regelmäßig wiederholt werden. Außerdem sollte das Thema BGM in die Organisationsstruktur integriert werden und die Einrichtung dauerhafter Angebote zur Gesundheitsförderung wäre ein guter Schritt in die richtige Richtung.